Frauen und Kinder berichten
< Herzliche Ostergüße!
20.04.2020 10:15 Alter: 38 days

Frauen und Kinder berichten

Frauen und Kinder aus dem Haus - wie verbringen sie die „Corona Zeit“?


Frau S., 38 Jahre alt aus Kenia

"In der Corona-Zeit hat sich für mich nicht viel verändert, da ich eine Ausbildung als Krankenpflegehelferin mache und ich arbeiten muss. Der Alltag ist für mich gleich, ich muss arbeiten, kochen, den Haushalt machen, mich mit meinem Sohn beschäftigen… Ich bin froh, dass ich weiterhin arbeiten darf. Angenehm finde ich, dass die öffentlichen Verkehrsmittel nicht so voll sind.

Für meinen Sohn hat sich etwas verändert. Ich könnte ihn in die Notfallbetreuung abgeben, aber das möchte ich nicht, weil er das einzige Kind in der Gruppe wäre. Er sagt oft, dass er wieder in die Krippe gehen möchte.

Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, dann rufe ich meine Schwester in Afrika an, sie ist sehr humorvoll. Musik hören hilft mir auch."

 

Frau M., 23 Jahre alt aus Togo

"Für mich hat sich in dieser Zeit viel zum Positiven verändert. Ich arbeite an mir selbst, ich habe jeden Dienstag eine Therapiestunde am Telefon, das tut mir gut. Außerdem habe ich viel weniger Stress und viel mehr Zeit für mich und meinen Sohn. Wir singen, spielen und gehen raus. Ich habe auch ausreichend Zeit zum Lernen, wenn mein Sohn schläft, er kann sich auch alleine beschäftigen. Das ist gut, weil ich bald meine Abschlussprüfungen habe…"

 

Frau S., 21 Jahre alt aus Eritrea, ehemalige Bewohnerin

"In der Corona-Zeit bin ich mit zwei Kindern und deren Papa zu Hause. Am Anfang sind wir nur zu Hause geblieben, weil ich mir nicht sicher war, ob wir rausgehen dürfen. 

In dieser Zeit haben wir viel auf dem Balkon gespielt. Wir spielen auch Spiele, die ich als Kind gespielt habe. Das gefällt meinen Töchtern gut und sie wollen sie immer wieder spielen. Zusammen haben wir zweimal Geburtstag gefeiert. Einmal den von der älteren Tochter und einmal den meiner jüngeren Tochter.

Wir haben auch Nachrichten geschaut.

Seit Anfang April nehme ich an dem Onlinekurs „Chance Berufsabschluss in Teilzeit“ teil  und  belege auch einen Computerkurs online.

Mit meinen Kindern gehen wir jetzt viel spazieren oder fahren mit dem Fahrrad."

 

Kind Elena, 6 Jahre alt

"Ich finde es traurig, dass ich nicht mehr in den Kindergarten gehen darf. Ich vermisse meine Freundinnen sehr und auch meine Erzieherinnen. Ich bin ab diesem Jahr ein Vorschulkind und hab mich schon total gefreut.
Es ist aber auch schön, dass die Mama jetzt so viel Zeit für mich hat. Früher hatte sie immer viel zu tun, weil sie so viel lernen muss. Aber jetzt spielt sie ganz viel mit mir und meiner Schwester."

 

Kind Justin, 10 Jahre alt

"Ich habe jetzt sehr viel Zeit, um im Garten zu spielen, das finde ich schön. Meine Mama hat mir letztens gezeigt, wie man Omelette macht, das war echt lustig. Ich kann jetzt schon richtig gut kochen. Es ist schön, dass sie nicht mehr arbeiten muss. Aber manchmal, wenn meine Schwester und ich uns streiten, dann wird sie traurig. Es ist auch manchmal schwierig, weil wir nicht so viel Platz zu Hause haben.

Ich möchte gerne ganz schnell zurück in die Schule. Ich bin jetzt in der 4. Klasse und wir schreiben richtig viele Proben. Ich frage mich, wann wir die wohl jetzt alle schreiben sollen. Hausaufgaben und lernen zu Hause ist viel schwieriger als in der Schule. Ich möchte oft viel lieber spielen und meine Lehrerin kann auch besser erklären als die Mama. Ich hoffe, die wichtigen Leute in der Politik lassen uns bald wieder in die Schule gehen."

 

Kind Stella, 7 Jahre alt

"Ich finde das ganz schlecht mit dem Schulverbot! Ich muss doch lernen und schreiben üben. Die Schule ist wichtig, damit ich später eine gute Arbeit kriege.
Für meine Mama ist es auch blöd. Die kann jetzt nicht mehr in die Arbeit gehen, weil wir noch zu klein sind, um alleine zu bleiben. Aber sie hat echt viel zu tun: Sie muss ganz viel am Computer arbeiten und dann auch noch Geschirr und Wäsche waschen!"